“Der Kurs hat mich dazu ermutigt, radikal zu sein und Dinge zu ändern.” – Im Interview mit Christine Börsch-Supan

Die aktuelle Projektphase von DigiMediaL_musik neigt sich dem Ende zu. Das nehmen wir zum Anlass bei ehemaligen Teilnehmenden des Zertifikatskurses „Strategisches Musikmarketing im Social Web” nachzufragen. Neben ihrem Fazit zum Kurs möchten wir auch die Erfahrungen und Fortschritte in ihrer musikalischen Karriere mit euch teilen.

Christine Börsch-Supan, Foto: Anna Ziegler

Christine Börsch-Supan, Foto: Anna Ziegler

Stelle Dich und Deine Band „Hope“ kurz vor. Hast Du nebenher noch andere Projekte?

Ich bin Christine Börsch-Supan. Ich bin Sängerin bei “Hope”, einer vierköpfigen TripHop/Postrock-Band, mit der ich dieses Jahr auf mehreren Festivals vertreten war (u.a. dem “Fusion”- und  “MIT DIR”-Festival) und die Singles “Nude” (12/2014) und “Raw” (04/2015) unter unserem eigenen Label “The Zuckerberg Tapes” veröffentlicht habe. Im Herbst stehen neben Konzerten auch Aufnahmen für eine weitere Single an.

Neben “Hope” spiele, komponiere und singe ich regelmäßig für Theater- und Tanzproduktionen sowie für andere multidisziplinäre Projekte.

Wie trittst Du in Dialog mit Fans, Experten und Interessierten im Social Web? Warum nutzt Du diese Plattform(en)?

Ich nutze die Netzwerke Facebook, Soundcloud, Vimeo und Youtube – für den Dialog allerdings ausschließlich Facebook. Dies sehe ich als Teil meines künstlerischen Ausdrucks – was ich überhaupt online stelle und wie ich kommuniziere, geht in das “große Ganze HOPE” hinein und ist davon nicht zu trennen, so wie z.B. Bandfotos oder was ich auf der Bühne anhabe oder wie ich im Konzert mit dem Publikum kommuniziere ja auch. Und es ist schön, auf diesem Wege dann auch Rückmeldung und Unterstützung zu bekommen. Dies gilt vor allem auch für die Zeiten, in denen keine Konzerte sind, wir als Band aber trotzdem arbeiten.

Hope – Raw

Wie kam es dazu, dass ihr auf den Festivals vertreten wart? Wer ist für das Booking verantwortlich?

Das Booking machen wir selber. Die Auftritte kamen also „ganz gewöhnlich“ aus Akquise, Bewerbung, und in diesen Fällen positivem Feedback. Die Inhalte des Zertifikatskurses waren dafür sehr hilfreich, um unter anderem zu reflektieren, wer wir sind, welche Art der Ansprache wir gut finden und welche Materialien wir welchem Veranstalter schicken. Vor allem haben wir gelernt zu selektieren – schon allein aus der Notwendigkeit, mit der eigenen Zeit und Energie zu haushalten: Welche Venue, welches Festival passt wirklich zu uns? So konnten wir die Anfragen an die Veranstalter ganz anders begründen und sie persönlich anschreiben.

Benenne bitte kurz drei weitere Aspekte oder Themen, die Dir im DigiMediaL_musik Zertifikatskurs “Strategisches Musikmarketing im Social Web” besonders gut gefallen haben und warum.

1.) Die Einzelcoachings mit Profis aus dem Business waren für mich das Wichtigste. Hier habe ich ganz konkret über meine Band reflektieren und von generalphilosophisch bis sehr kleinteilig und detailgenau an Aspekten unserer “Künstlermarke” arbeiten können.

2.) Das Erstellen eines individuellen Marketingkonzeptes für meine Band hat mir gezeigt, wie viele Marketingaspekte bei einem Projekt eine Rolle spielen, wie viel Spaß die Arbeit daran macht und wie viel künstlerisches Potenzial dahinter steckt, diese auch wirklich zu durchdenken und ganz konkret zu definieren. Dabei war es natürlich wichtig, die Marketingkonzepte auch im Kurs vorzustellen und mit den anderen Musikerinnen und Musikern zu diskutieren.

3.) Alle Kursinhalte, die dazu angeregt haben, mich klarer zu definieren und meine Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten – beispielsweise die Unterstützung durch Patrick Wagner. Ich denke, dass dies am allerwichtigsten ist, um überhaupt eine Chance zu haben als Künstler am Markt wahrgenommen zu werden und natürlich davon leben zu können.

"Hope", Foto: Anna Ziegler

“Hope”, Foto: Anna Ziegler

Gab es Kursinhalte, die völlig neu für Dich waren und Dich zu Veränderungen ermutigt haben?

Es waren sogar die meisten Inhalte für mich völlig neu, da ich mich zuvor nie ausführlich mit dem Musikbusiness und Selbstvermarktung auseinandergesetzt habe. Musikverlage, Onlinevertriebe, rechtliche Aspekte des Musikgeschäfts waren zum Beispiel. solche Themen. Aber auch auch die theoretischen Grundlagen des Marketings, Marketing-Tools wie die SWOT-Analyse, verschiedene Marketingstrategien etc.

Der Kurs hat mich dazu ermutigt, radikal zu sein und Dinge zu ändern. Nach dem Kurs haben wir unsere Band umbenannt, alle Materialien (Homepage, Videos, Sounds) überdacht und gezielter veröffentlicht.

Inwieweit hilft Dir der Kurs bzw. das Einzelcoaching für Dein zukünftiges Berufsleben als Musikerin?

Ich habe jetzt zum ersten Mal eine realistische Aussicht darauf, ganz vom Musikmachen leben zu können und wie ich dieses Ziel erreichen kann!

Wir danken Christine für das Interview und wünschen ihr und ihrer Band weiterhin ganz viel Erfolg!


Mehr Infos zu Christine und ihrer Band gibt es hier:
Facebook
Homepage
Soundcloud
Bandcamp

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